22.12.2010

Markus Herbrand Die Schulpolitik, insbesondere im Südkreis, gerät in Bewegung.
Dass z. Zt. noch vordringlich nur die 6 Südkreiskommunen die Problematik thematisieren, hängt offenkundig auch damit zusammen, dass dort sinkende Schülerzahlen schon seit vielen Jahren zum Alltag gehören.
Absehbar ist jedoch, dass diese Thematik auch die übrigen Kommunen des Kreises Euskirchen alsbald ergreifen wird. Vor diesem Hintergrund haben sich die Kommunen Hellenthal, Schleiden und Kall auf
der einen Seite sowie auf der anderen Seite Dahlem, Nettersheim und Blankenheim
zusammengetan. Sie planen die Teilnahme an dem sogenannten „Schulversuch“ der
derzeitigen Landesregierung. Dazu nehme ich wie folgt Stellung:
FDP-Kreisparteichef zur Schulpolitik im Südkreis
Kreispartei
Markus Herbrand Die Schulpolitik, insbesondere im Südkreis, gerät in Bewegung.
Dass z. Zt. noch vordringlich nur die 6 Südkreiskommunen die Problematik thematisieren, hängt offenkundig auch damit zusammen, dass dort sinkende Schülerzahlen schon seit vielen Jahren zum Alltag gehören.
Absehbar ist jedoch, dass diese Thematik auch die übrigen Kommunen des Kreises Euskirchen alsbald ergreifen wird. Vor diesem Hintergrund haben sich die Kommunen Hellenthal, Schleiden und Kall auf
der einen Seite sowie auf der anderen Seite Dahlem, Nettersheim und Blankenheim
zusammengetan. Sie planen die Teilnahme an dem sogenannten „Schulversuch“ der
derzeitigen Landesregierung. Dazu nehme ich wie folgt Stellung:
- Wir alle gemeinsam sind interessiert daran, die bestmögliche Lösung für die Kinderin unseren Kommunen zu erreichen. Dies bedeutet, möglichst große individuelle Fördermöglichkeiten sowohl im unteren als auch im oberen Leistungsspektrum der Schüler. Außerdem sollten wir daran interessiert sein, eine maximale Durchlässigkeit innerhalb der verschiedenen Schulformen zu erreichen. Nur so kann Kindern, deren Entwicklung erst später einsetzt, auch die Möglichkeit gegeben werden, später bspw. ein Studium zu besuchen. Unsere Volkswirtschaft kann es sich nicht leisten, diese sogenannten „Spätzünder“ dauerhaft von den Entwicklungsmöglichkeiten auszuschließen. Der Wohlstand in unserm Land wird angesichts zunehmender Lohnkonkurrenz aus dem Ausland mehr denn je in Zukunft durch eine Stärkung der Ressource Bildung erreicht werden müssen.
- Deshalb ist es aus unserer Sicht vordringlich und unabdingbar, dass Gymnasium als Vorstufe zum universitären Studium zu erhalten. Nur so werden auch in Zukunft die besten Köpfe am Besten ausgebildet.
- Darf aber auch niemand die Augen vor der Demographie verschließen. Sinkende Schülerzahlen werden es uns zukünftig nicht mehr erlauben, die bislang gekannte
Infrastruktur im Schulwesen aufrecht zu erhalten. Wir alle machen einen großen Fehler, wenn wir dies den Eltern versprechen oder nicht rechtzeitig dagegen ansteuern. In diesem Punkt haben zumindest die Kommunen im Südkreis dringenden Handlungsbedarf. Hier sind Lösungen dringend gefragt. U.E. bietet die Regionale Mittelschule – eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschule unter Beibehaltung des Gymnasiums als eigenständige Schulform -, wie man sie z.B. aus Rheinland-Pfalz schon lange kennt, die beste Lösungsmöglichkeit. Dies sieht der „Schulversuch“ der Landesregierung leider nicht vor. Deshalb aber können die Probleme nicht liegen gelassen werden. - Nach den Vorstellungen der beteiligten Kommunen im Südkreis soll nun also eine Zwischenstufe zwischen dem bisherigen dreigliedrigen Schulsystem und dem Gesamtschulsystem vorgeschlagen werden. Wir Liberale werden dabei immer für den Erhalt des Gymnasiums kämpfen. Dies ist und bleibt auch unser Ziel in den derzeitigen Überlegungen im Südkreis.
- Mit großem Unverständnis kann daher nur der Versuch der Kommunen Dahlen, Nettersheim und Blankenheim aufgefasst werden einen eigenen, neuen gymnasialen Zweig aufzubauen. Wer angesichts zurückgehender Schülerzahlen darüber nachdenkt, neue Schulen aufzubauen, gefährdet automatisch den Bestand bisheriger Schulen. Deshalb gerät das Vorhaben der 3 Oberahrkommunen zunehmend in Kritik, aus meiner Sicht völlig zu Recht. Es ist allerdings mehr als Schade, dass diese Differenzen nun offenkundig über Anwälten ausgetauscht werden.
- Zu Beginn aller Überlegungen der Südkreiskommunen stand eine gemeinsame Schulplanung aller 6 jetzt handelnden Kommunen. Leider sind die 3 Oberahrkommunen aus diesem Projekt, einer bislang einzigartigen Zusammenarbeit von Schulen, Eltern, Politik und Verwaltung ausgeschert, um eigene Interessen wahrzunehmen. Bereits bei den heutigen Schülerzahlen der 3 Oberahrkommunen dürfte eine Sekundarstufe II nicht einzurichten sein. Deshalb verbieten sich eigentlich sämtliche Gedanken, einen solchen gymnasialen Oberstufenzweig neu aufzubauen. Die bereit bestehende Struktur im Schleidener Tal sowie in Bad Münstereifel sollte gestärkt werden, damit die obengenannten Ziele einer bestmöglichen Versorgung unserer Kinder weiterhin gewährleistet werden kann. Ich fordere daher die 3 Kommunen auf, ihre Pläne fallen zulassen und an den Tisch einer gemeinsamen Schulentwicklungsplanung im Südkreis zurückzukehren. Die Tür hierzu darf nicht verschlossen sein.



