16.03.2011
Genau dahin zielten bei der Fraktionssitzung, die vor Ort auf der Deponie abgehalten wurde, auch die Fragen der Fraktionsvorsitzenden Hans Reiff (FDP) und Franz Troschke (UWV). Mit großem Interesse und auch sichtbarer Erleichterung vernahm Mechernichs Bürgermeister Schick, dass man beim Kreis bestrebt sei, mit den Rücklagen äußerst „vorsichtig“ umzugehen, sie so langsam wie nur eben möglich abzubauen.
Bevor man in großer Runde zu finanziellen Details kam, stand zunächst eine Besichtigung der Deponie an. Blindert und Witt führten die Kreistagsabgeordneten in den Bereich Sperrmüll und Bio-Abfall (29 500 Tonnen jährlich)mit Sortierkabinen und Verrottungstunnel, ehe es dann ins Gelände ging. Die Planierungsarbeiten sind in vollem Gange. Das Aufbringen einer Vegetationsschicht steht an. Man rechnet damit, dass der Deponiekörper noch sacken wird, erst danach soll es zur endgültigen Oberflächenabdeckung kommen.
Damit dürfte aber erst zwischen 2019 und 2022 zu rechnen sein. Rund 370 000 Kubikmeter Material benötigt man für die Abdeckung. Die Beschaffung des Materials ist kein Problem, wie Heinz Peter Witt darlegte. Konkret: Man müsse sich sogar restriktiv verhalten, weil man den Bodenaushub der Häuslebauer aus der bleibelasteten Zone Mechernich/Kall berücksichtigen müsse.
Dass 370 000 Kubikmeter gar nicht soviel sei, verdeutlichten die Kreisbeamten auch: Sollte es zur Umgehung Roggendorf kommen, würde dort mehr Bodenaushub anfallen als die Deponie aufnehmen könne. Bei Kallmuth gebe es zwar auch noch ein „Loch“, das eine Million Kubikmeter aufnehmen könne, aber das liege in einem geschützten FFH-Gebiet.
Von der Deponie ging es ins Gasmotorenwerk, das der Kreis aus Kostengründen seit Ende der 80er Jahre selbst betreibt. Auch die Wartung der Anlage (fünf Motore) nebst Austausch von Motorenteilen betreibt man selbst. 30 Prozent des erzeugten Stroms benötigt man für den Eigenbedarf, der Rest wird ins Netz eingespeist. Mit der Einnahmeentwicklung ist man sehr zufrieden. Achim Blindert: „Die monatlichen Einnahmen konnten von 40 000 Euro auf 60 000 Euro gesteigert werden.“
Und was ist mit den Sickerwässern? Rund 85 Prozent werden als gereinigt in die Vorfluter geleitet, erläuterte Heinz Peter Witt, die restlichen 15 Prozent dann speziell „getrocknet“. Ein kleiner Teil des Rest muss als Sondermüll entsorgt werden. Derzeit rechnet man damit, dass die Entgasung noch bis etwa 2018 laufen soll, dann dürfte das Gasaufkommen zu gering sein, um die Motoren weiter laufen zu lassen.
Im Abschlussgespräch, bei dem sich Bürgermeister Schick mehrfach fragend einschaltete, gaben sich Blindert und Witt optimistisch, dass man mit den Rücklagen für die Rekultivierung plus Folgekosten (bis in die 70er Jahre) auskommen werde. Mit einer Einschränkung: „Falls es keinen bislang nicht absehbaren Schadensfall gibt.“ Auszuschließen ist so etwas bei einem solchen Deponiekörper nicht.
Dass man den „Vätern“ der Deponie für deren weise Voraussicht heute dankbar sein müsse, stand unwidersprochen im Raum. Denn vor 30 Jahren hatte man schon festgelegt, dass auch die Fremdanlieferer (Rhein-Sieg-Kreis, Stadt Köln, Kreis Daun) pro angelieferte Tonne Müll jeweils einen festgesetzten Betrag für spätere Zeiten (Rekultivierung) in die Rücklagen zu zahlen hatten. Diese hatten sich im Lauf der Zeit auf rund 230 Millionen Euro angesammelt.
„Wir versuchen, aus Kostengründen auch bei der Rekultivierung soviel wie möglich mit eigenen Leuten zu machen“, erklärte Blindert. Und in Richtung von Bürgermeister Schick, der sich quasi als Vertreter aller Kommunen sah, merkte Blindert an: „Wir betreiben die Nachsorge durch Rücklagen, nicht aber durch Gebühren.“
Mülldeponie: Kostenrahmen eingehalten
Kreistagsfraktion vor Ort
Keine Gebührenerhöhungen wegen Rekultivierung – Rücklagen reichen aus
MECHERNICH. Es war die aktuellste, zudem auch eine beruhigende Nachricht, die die Kreistagsfraktionen von FDP und UWV im Beisein von Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans Peter Schick zur Kenntnis nahmen: Durch die Rekultivierung der Mülldeponie wird es nicht zu Gebührenerhöhungen in der Abfallbeseitigung kommen.
Genau dahin zielten bei der Fraktionssitzung, die vor Ort auf der Deponie abgehalten wurde, auch die Fragen der Fraktionsvorsitzenden Hans Reiff (FDP) und Franz Troschke (UWV). Mit großem Interesse und auch sichtbarer Erleichterung vernahm Mechernichs Bürgermeister Schick, dass man beim Kreis bestrebt sei, mit den Rücklagen äußerst „vorsichtig“ umzugehen, sie so langsam wie nur eben möglich abzubauen.
Bevor man in großer Runde zu finanziellen Details kam, stand zunächst eine Besichtigung der Deponie an. Blindert und Witt führten die Kreistagsabgeordneten in den Bereich Sperrmüll und Bio-Abfall (29 500 Tonnen jährlich)mit Sortierkabinen und Verrottungstunnel, ehe es dann ins Gelände ging. Die Planierungsarbeiten sind in vollem Gange. Das Aufbringen einer Vegetationsschicht steht an. Man rechnet damit, dass der Deponiekörper noch sacken wird, erst danach soll es zur endgültigen Oberflächenabdeckung kommen.Damit dürfte aber erst zwischen 2019 und 2022 zu rechnen sein. Rund 370 000 Kubikmeter Material benötigt man für die Abdeckung. Die Beschaffung des Materials ist kein Problem, wie Heinz Peter Witt darlegte. Konkret: Man müsse sich sogar restriktiv verhalten, weil man den Bodenaushub der Häuslebauer aus der bleibelasteten Zone Mechernich/Kall berücksichtigen müsse.
Dass 370 000 Kubikmeter gar nicht soviel sei, verdeutlichten die Kreisbeamten auch: Sollte es zur Umgehung Roggendorf kommen, würde dort mehr Bodenaushub anfallen als die Deponie aufnehmen könne. Bei Kallmuth gebe es zwar auch noch ein „Loch“, das eine Million Kubikmeter aufnehmen könne, aber das liege in einem geschützten FFH-Gebiet.
Von der Deponie ging es ins Gasmotorenwerk, das der Kreis aus Kostengründen seit Ende der 80er Jahre selbst betreibt. Auch die Wartung der Anlage (fünf Motore) nebst Austausch von Motorenteilen betreibt man selbst. 30 Prozent des erzeugten Stroms benötigt man für den Eigenbedarf, der Rest wird ins Netz eingespeist. Mit der Einnahmeentwicklung ist man sehr zufrieden. Achim Blindert: „Die monatlichen Einnahmen konnten von 40 000 Euro auf 60 000 Euro gesteigert werden.“
Und was ist mit den Sickerwässern? Rund 85 Prozent werden als gereinigt in die Vorfluter geleitet, erläuterte Heinz Peter Witt, die restlichen 15 Prozent dann speziell „getrocknet“. Ein kleiner Teil des Rest muss als Sondermüll entsorgt werden. Derzeit rechnet man damit, dass die Entgasung noch bis etwa 2018 laufen soll, dann dürfte das Gasaufkommen zu gering sein, um die Motoren weiter laufen zu lassen.
Im Abschlussgespräch, bei dem sich Bürgermeister Schick mehrfach fragend einschaltete, gaben sich Blindert und Witt optimistisch, dass man mit den Rücklagen für die Rekultivierung plus Folgekosten (bis in die 70er Jahre) auskommen werde. Mit einer Einschränkung: „Falls es keinen bislang nicht absehbaren Schadensfall gibt.“ Auszuschließen ist so etwas bei einem solchen Deponiekörper nicht.Dass man den „Vätern“ der Deponie für deren weise Voraussicht heute dankbar sein müsse, stand unwidersprochen im Raum. Denn vor 30 Jahren hatte man schon festgelegt, dass auch die Fremdanlieferer (Rhein-Sieg-Kreis, Stadt Köln, Kreis Daun) pro angelieferte Tonne Müll jeweils einen festgesetzten Betrag für spätere Zeiten (Rekultivierung) in die Rücklagen zu zahlen hatten. Diese hatten sich im Lauf der Zeit auf rund 230 Millionen Euro angesammelt.
„Wir versuchen, aus Kostengründen auch bei der Rekultivierung soviel wie möglich mit eigenen Leuten zu machen“, erklärte Blindert. Und in Richtung von Bürgermeister Schick, der sich quasi als Vertreter aller Kommunen sah, merkte Blindert an: „Wir betreiben die Nachsorge durch Rücklagen, nicht aber durch Gebühren.“



