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27.06.2011

Wirtschaftsförderung muss effektiver werden

FDP-Kreistagsfraktion


Zu einem Arbeitsgespräch trafen sich
FDP-Kreistagsabgeordnete der Kreise
Heinsberg und Euskirchen im
Euskirchener City-Forum Foto: Rudolph Greuel
Liberale aus den Kreisen Heinsberg und Euskirchen setzen Zusammenarbeit fort

Gute Ansätze sind vorhanden, aber die Effektivität lässt noch zu wünschen übrig. Das war das Fazit eines zweiten Arbeitsgespräches zwischen FDP-Kreistagsabgeordneten der Kreise Heinsberg und Euskirchen. Im Euskirchener City-Forum hieß das Schwerpunktthema diesmal „Wirtschaftsförderung“.

Die Fraktionsvorsitzenden Stefan Lenzen (Heinsberg) und Hans Reiff (Euskirchen) hatten dazu auch drei Experten als Referenten geladen:

  • Axel Wahlen, Prokurist der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg mbH
  • Ulrich Schirowski, Geschäftsführer der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (AGIT)
  • Iris Poth, Leiterin der Stabsstelle Wirtschaftsförderungim Kreis Euskirchen.


v.l. Ulrich Schirowski, Iris Poth, Axel Wahlen
Foto: Rudolph Greuel

Die Referate verdeutlichten, dass die Wirtschaftsförderung in beiden Kreisen einen unterschiedlichen Status haben. Im Gegensatz zum Kreis Euskirchen hat Heinsberg eine spezielle Wirtschaftsförderungsgesellschaft, an der neben dem Kreis auch die zehn Kommunen sowie die Kreissparkasse beteiligt sind.


Diese Gesellschaft verfügt über Finanzmittel für eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Für eine Imagekampagne wurde die Broschüre „Spitze im Westen“ aufgelegt. Man hat eine eigene Internetseite installiert (bislang 135 000 Zugriffe) und präsentiert auch jeweils aktuell Betriebsansiedlungen, Gründungen und Schlüsselprojekte.

Im Kreis Euskirchen gibt es keine spezielle Wirtschaftsförderungsgesellschaft, sondern eine Wirtschaftsförderungskonferenz, in der neben dem Kreis Vertreter der kommunalen Verkehrsämter teilnehmen. Zwar sind im Etat des Kreises rund 1,9 Mio Euro für Wirtschaftsförderung eingesetzt, aber die fließen schwerpunktmäßig nach Vogelsang. An der Zukunftsinitiative Eifel ist der Kreis EU als Gesellschafter beteiligt.
Was den aktuellen Stand der Förderwettbewerbe, ausgeschrieben von der Europäischen Gemeinschaft und dem Land NRW, angeht, wurde verdeutlicht, dass zwar zwischen 2010 und 2012 rund 25 Millionen in die Region fließen, davon mit rund 722 000 Euro aber nur ein Bruchteil in den Kreis Euskirchen (5 Millionen nach Heinsberg). Die genehmigten Zuwendungen liegen insgesamt bei 100 Mio Euro, es gibt 221 erfolgte Bewilligungen.

Gastgeber Hans Reiff  resümierte nach zweistündigem Gedankenaustausch kritisch, in Sachen Förderwettbewerb gebe es zu wenig ausgeschriebene Projekt, auf die sich potenzielle Interessenten aus dem Kreis Euskirchen bewerben könnten, „hier fehlen einfach die Voraussetzungen.“

Er begrüßte ausdrücklich die Ausrichtung auf den Tourismus, beklagte aber, dass es im Kreis Euskirchen keine spezielle und einheitliche Organisation gebe, sondern mehrere Organisationen parallel arbeiten (Nordeifel-Tourismus, Quellendreieck, Bad Münstereifel). Seine Forderung: „Alle elf Kommunen müssten mit dem Kreis in einem Boot sitzen.“

Was die Zukunftsinitiative Eifel angeht, zeigte sich Reiff von deren Effektivität noch nicht so richtig überzeugt. Er begrüßte, dass es im Herbst zu einer Bestandsaufnahme kommen soll, die „dann hoffentlich zu greifbaren Ergebnissen führt.“

Stefan Lenzen und Hans Reiff waren sich einig, dass die Arbeitsgespräche zwischen den beiden Kreis-Fraktionen fortgesetzt werden sollen, um gemeinsam in Sachen „Förderprogramme für die Zukunft“ Einfluss auf die Abgeordneten zu nehmen.
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